Intonation - Deidesheimer Kunsttage
Einladung:
Schloßmanufaktur, Schloßstrasse 6, 67146 Deidesheim, Tel :06326 5967
Offene Werkstatt
16. - 23. April 2010 15 - 18 Uhr
Silvia Siemes, Torbjørn Kvasbø, Johannes Nagel
Arbeiten im Kulturhaus am Schlosspark
Svein Narum, Jindra Viková, Friederike Zeit und Pavel Banka arbeiten in der Schloßmanufaktur
Ausstellung
24. - 25. April 2010 11 - 18 Uhr
Im Kulturhaus am Schlosspark: Silvia Siemes, Torbjørn Kvasbø, Johannes Nagel
Atelier Stadtmauergasse : Lotte Reimers ( 14 - 18 Uhr)
In der Schloßmanufaktur: Jindra Viková, Friederike Zeit, Pavel Banka, Medi Zimmermann, Claudia Henkel und Martin Georg
In der SchlossGalerie: Svein Narum und Arbeiten entstanden während der Intonation 2009
Finissage
25. April 2010 12 Uhr
Wir möchten Sie herzlich in die Schloßmanufaktur einladen, die Werke von 2010 und die Ausstellung anzuschauen. Es sprechen Stadtbürgermeister Manfred Dörr und Gabi Dehwald
Holzbrand
22. April 2010 ab 20 Uhr
Sie sind herzlich eingeladen beim Holzbrand im Stadtgarten hinter der Schloßmanufaktur dabei zu sein, gebrannt wird die ganze Nacht.
Geöffnet wird der Holzofen am 24. April um 14 Uhr.
Keramik Magazin Europa (Pdf)
August/September 2009 - 31. Jahrgang
Gab es schon einmal einen Moment, wo du dir gesagt hast: Das mache ich nie wieder? Wie aus der Pistole geschossen und von einem spontanen Lachen begleitet kommt es zurück: Ja, klar, ich denke das jedes Mal, bevor es losgeht: Bitte bleibt doch lieber alle zu Hause! Es ist Friederike Zeit, die da so spontan und ehrlich antwortet, und die Frage zielt auf ihre Rolle als Initiatorin und Organisatorin des jährlich stattfindenden internationalen Symposiums Intonation in Deidesheim ab. Zum fünften Mal hat sie das 10-tägige Treffen von keramischen BildhauerInnen an der Pfälzer Weinstraße im März 2009 organisiert und lud sieben Kolleginnen und Kollegen ein, man arbeitete also zu acht.
Es ist nicht so, dass Friederike Zeit zu wenig zu tun hätte: Seit Jahren ist sie bekannt für ihre keramischen Plastiken, die sich stetig und auf hohem Niveau weiterentwickeln, die sie in der Szene, aber auch darüber hinaus ausstellt und verkauft. Zuletzt überraschte sie mit (teilweise glasierten) schlaufenartigen Wandarbeiten von beträchtlicher Größe dreidimensionalen Kalligrafien, wie sie diese im Südwestrundfunk beschrieb , die sie in der Galerie b15, auf der Karlsruher Kunstmesse art und unlängst in Freiburg zeigte. Doch wie bei so vielen KünstlerInnen langt das nicht zum Leben. Sie entwickelte deshalb ein Konzept für tönerne Urnen und stellt diese nun schon seit einigen Jahren und mit gutem Erfolg her. Das beinhaltet natürlich den Besuch von/die Präsenz auf Messen etc. Eine zweigleisige Werkstatt also, dazu ein großer Verkaufsraum, den es zu bespielen gilt und dann noch ein internationales Symposium?
Zwischen fünf und acht KollegInnen sind es pro Jahr, die die rührige Keramikerin einlädt. Sie arbeiten für zehn Tage in der Schlossmanufaktur, wie Zeits Lebens- und Arbeitsort inmitten der Deidesheimer Altstadt heißt und in der fußläufig nahen Alten Synagoge. In diesem Jahr kamen aus den USA Anne Curier, die Japanerin Tomoko Fujisaki, aus Ungarn József Zakar, die beiden Norweger Torbjørn Kvasbø und Svein Narum, einmal mehr Hans Fischer aus Passau, aus Tschechien Jindra Viková und Friederike Zeit selbst. Kommt man denn selbst zum Arbeiten? Ja, sagt sie, das ginge, besser, als sie zunächst gedacht habe. Trotzdem wünscht sie sich für das nächste Jahr eine Assistenz. Vielleicht ja jemand, der an einer Keramikschule ist und Lust hätte, so etwas einmal aktiv mitzu erleben.
Denn wenn sie auch schon eine ganze Menge Routine hat: Es gibt doch jedes Jahr Neues und neue Konstellationen. Dieses Mal beispielsweise verlangte Torbjørn Kvasbø alleine nach eineinhalb Tonnen Ton. Und das für zehn Tage? Ja, ich wollte das auch nicht glauben. Und ich habe ihm auch gesagt, dass das nicht ginge, alleine von den Größen, die er normalweise baut. Wo sollte ich die denn brennen?! Aber Torbjørn hat das überhaupt kein bisschen gestört er hat einfach losgelegt. Und schließlich war auch der Bürgermeister von den Socken, als er am Ende drei von diesen riesigen Plastiken gesehen hat! So was hilft dann andererseits schon. Dass man die Keramik wirklich als ernsthafte Kunst anerkennt. Kvasbøs Keramiken zeigen auch etwas anderes exemplarisch: Dass Friederike Zeit ausgesprochen gut vernetzt ist in der Stadt, in der sie aufwuchs: Die nahe gelegene Firma, die große Blumenkübel brennt, bot Platz in ihrem Ofen. Den Gabelstapler, den man dazu benötigte, die Stücke überhaupt zu bewegen, lieh ein Winzer, den LKW, um den Stapler zur Schlossmanufaktur zu bringen, stellte wiederum ein Schlosser zur Verfügung und so kam die Kuh am Ende ganz unentgeltlich vom Eis – Geht alles. Ist aber eine Unmenge Organisation, sagt Zeit und betont mehrfach, wie stark sich nicht nur die Stadt, sondern wirklich auch die Bevölkerung selbst mit dem Symposium identifiziert. Das ist nicht mein Symposium. Das ist das Deidesheimer Symposium, sagt sie und ist stolz darauf, dass es in fünf Jahren dazu kam.
Immerhin: Das Symposium kostet rund 14 000 €. Eine Summe, die jedes Mal wieder organisiert, beantragt und zusammengebeten werden muss. Wenn dann das Gasthaus nebenan zehn Tage lang umsonst für die KünstlerInnen mittags kocht oder örtliche Hotels Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, dann ist damit schon unendlich viel geholfen. Und klar, es gibt auch den dazu passenden Winzer. Der die Truppe mit Pfälzer Weinen versorgt. Denn im Vordergrund steht nicht das fertige Produkt wie könnte das auch sein, in zehn Tagen, gerade mit dem Werkstoff Ton. Für Friederike Zeit ist das Wichtigste: das Zusammensein, die Kommunikation, die Möglichkeit, durch die Teilnahme am Symposium über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Das ist ihre persönliche Motivation. Ich habe rein auf der menschlichen Ebene sehr viel davon. Sonst würde ich das nicht machen. Sucht sie also nach Leuten, die sie nett findet, wenn sie die TeilnehmerInnen einlädt? Nein, ich interessiere mich für Leute, deren Sachen ich eigentlich nicht verstehe und die von zweifelloser Qualität sind. Das Symposium ist dann eine gute Gelegenheit dazu, über diese Arbeiten mehr herauszufinden. Manchmal wartet sie mehrere Jahre, bis die gewünschte Person Zeit hat und eine Zusage erteilt. Aber natürlich ist es auch wichtig, dass man die Gruppe so zusammenstellt, dass sie funktioniert, dass Kommunikation in Gang kommt, in der Regel liege ich da immer sehr richtig. Trotzdem ist jedes Symposium wieder anders, hat eine andere Stimmung und verschiedene Schwerpunkte. In diesem Jahr war es, wie Zeit sagt, sehr lustig. Sicherlich hing dies an einzelnen Personen. Aber auch daran, dass auch deutlich jüngere KollegInnen eingeladen waren: Eine gute Mischung zwischen Arrivierten und Leuten, die eher zum viel versprechenden Nachwuchs zählen.
Vorgegeben wird möglichst wenig, außer zwei gemeinsamen Mahlzeiten und den Besuchszeiten für jedermann, täglich zwischen 15 - 18 Uhr. Das ist der zweite wirklich wichtige Grund für Zeit, diese Veranstaltung und zwar genauso, wie sie ist immer wieder zu organisieren: Es ist herrlich, dass hierher Leute kommen, die normalerweise garantiert nicht in eine Galerie gehen würden, auch Kinder beispielsweise kommen. Na ja – es ist ja im Kunstbetrieb oft so, dass man da gewisse Schichten gerne fernhält. Aber hier gibt es keine Schwelle. Jeder ist willkommen. Und auch Leute, die noch nie etwas mit Kunst zu tun hatten, bekommen einen Zugang. Sie sehen, wie Künstler arbeiten, sie sehen, wie ein Stück entsteht, hier gibt es keine dummen Fragen. Deshalb ist diese Initiative für mich etwas mit Zukunft, was der Kunstszene gut tut. Weil man Interesse hervorruft, dass die Leute teilnehmen. Und nebenbei zeigt sich das auch noch in einem anderen Punkt: Während des Symposiums wird ganz gut verkauft.
Denn jede/r bringt auch fertige Stücke mit. Schon alleine deshalb, weil es am Ende eine Ausstellung gibt. Da kann man dann nicht nur sehen, was während der Deidesheimer Tage entstand, sondern eben auch, was die KünstlerInnen in ihren eigenen Ateliers zu Hause machen. Für 2010 konnte die Pfälzer Bildhauerin den Kunstverein Saarbrücken gewinnen, im Anschluss an die 6. Intonation ebendiese Arbeiten auszustellen. Und wie immer findet dann auch an den letzten bei den Tagen eine Art Markt im Innenhof des schlossartigen Anwesens statt, wird mit dem Symposium verbunden, wozu stets drei bis vier TöpferInnen eingeladen werden. Für Friederike Zeit kein Widerspruch. Das geht gut, das lockert extrem auf und gibt eine ganz andere Stimmung. Da tut keiner dem anderen was. Und ich bin beidem verbunden. Klar, dass auch hier Qualität der ausschlaggebende Punkt für eine Einladung zu dem Abschlusswochenende des Symposiums ist.
Fachsimpeleien sind selten. Es geht eher um das komplette Leben, dass man sich unterhält, austauscht, Spaß hat am Zu sammenarbeiten. Kritisiert man sich? Eher zu rückhaltend. Es kommt aber vor, dann eher im Zwiegespräch. Kanalisiert wird so etwas nicht: Die Leute sind erwachsen genug. Ich versuche, so wenig wie möglich zu lenken. Dann ist es am lebendigsten. Ich schiebe nur an, den Rest lasse ich offen. Wohl aber hat sich eingebürgert, dass die Einzelnen ihre Arbeit vorstellen, mit Dias, per Power-Point-Präsentation etc.
Natürlich ists schwer, die Gelder zusammenzubringen. Die Fördergeldvergabe folgt einer Leuchtturm-Politik. Da dauert es, bis man ernst genommen wird. Aber die Sache hat sich gut entwickelt. Was auch eine zu nehmend bessere Medienpräsenz zeigt. Der Pressespiegel ist durchaus beeindruckend. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Schon hat Friederike Zeit, seit letztem Jahr Mitglied in der AIC, wieder eingeladen. Aber es gibt noch keine Zusagen. Deshalb an dieser Stelle auch noch keine Namen. Aber kommen wird sie, die nächste Runde. Auch wenn die Macherin kurz zuvor wieder Zweifel an der Leistbarkeit des Treffens beschleichen werden –
Einladung:
Schloßmanufaktur, Schloßstrasse 6, 67146 Deidesheim, Tel :06326 5967
Offene Werkstatt
16. - 23. April 2010 15 - 18 Uhr
Silvia Siemes, Torbjørn Kvasbø, Johannes Nagel
Arbeiten im Kulturhaus am Schlosspark
Svein Narum, Jindra Viková, Friederike Zeit und Pavel Banka arbeiten in der Schloßmanufaktur
Ausstellung
24. - 25. April 2010 11 - 18 Uhr
Im Kulturhaus am Schlosspark: Silvia Siemes, Torbjørn Kvasbø, Johannes Nagel
Atelier Stadtmauergasse : Lotte Reimers ( 14 - 18 Uhr)
In der Schloßmanufaktur: Jindra Viková, Friederike Zeit, Pavel Banka, Medi Zimmermann, Claudia Henkel und Martin Georg
In der SchlossGalerie: Svein Narum und Arbeiten entstanden während der Intonation 2009
Finissage
25. April 2010 12 Uhr
Wir möchten Sie herzlich in die Schloßmanufaktur einladen, die Werke von 2010 und die Ausstellung anzuschauen. Es sprechen Stadtbürgermeister Manfred Dörr und Gabi Dehwald
Holzbrand
22. April 2010 ab 20 Uhr
Sie sind herzlich eingeladen beim Holzbrand im Stadtgarten hinter der Schloßmanufaktur dabei zu sein, gebrannt wird die ganze Nacht.
Geöffnet wird der Holzofen am 24. April um 14 Uhr.
Keramik Magazin Europa (Pdf)
August/September 2009 - 31. Jahrgang
Gab es schon einmal einen Moment, wo du dir gesagt hast: Das mache ich nie wieder? Wie aus der Pistole geschossen und von einem spontanen Lachen begleitet kommt es zurück: Ja, klar, ich denke das jedes Mal, bevor es losgeht: Bitte bleibt doch lieber alle zu Hause! Es ist Friederike Zeit, die da so spontan und ehrlich antwortet, und die Frage zielt auf ihre Rolle als Initiatorin und Organisatorin des jährlich stattfindenden internationalen Symposiums Intonation in Deidesheim ab. Zum fünften Mal hat sie das 10-tägige Treffen von keramischen BildhauerInnen an der Pfälzer Weinstraße im März 2009 organisiert und lud sieben Kolleginnen und Kollegen ein, man arbeitete also zu acht.
Es ist nicht so, dass Friederike Zeit zu wenig zu tun hätte: Seit Jahren ist sie bekannt für ihre keramischen Plastiken, die sich stetig und auf hohem Niveau weiterentwickeln, die sie in der Szene, aber auch darüber hinaus ausstellt und verkauft. Zuletzt überraschte sie mit (teilweise glasierten) schlaufenartigen Wandarbeiten von beträchtlicher Größe dreidimensionalen Kalligrafien, wie sie diese im Südwestrundfunk beschrieb , die sie in der Galerie b15, auf der Karlsruher Kunstmesse art und unlängst in Freiburg zeigte. Doch wie bei so vielen KünstlerInnen langt das nicht zum Leben. Sie entwickelte deshalb ein Konzept für tönerne Urnen und stellt diese nun schon seit einigen Jahren und mit gutem Erfolg her. Das beinhaltet natürlich den Besuch von/die Präsenz auf Messen etc. Eine zweigleisige Werkstatt also, dazu ein großer Verkaufsraum, den es zu bespielen gilt und dann noch ein internationales Symposium?
Zwischen fünf und acht KollegInnen sind es pro Jahr, die die rührige Keramikerin einlädt. Sie arbeiten für zehn Tage in der Schlossmanufaktur, wie Zeits Lebens- und Arbeitsort inmitten der Deidesheimer Altstadt heißt und in der fußläufig nahen Alten Synagoge. In diesem Jahr kamen aus den USA Anne Curier, die Japanerin Tomoko Fujisaki, aus Ungarn József Zakar, die beiden Norweger Torbjørn Kvasbø und Svein Narum, einmal mehr Hans Fischer aus Passau, aus Tschechien Jindra Viková und Friederike Zeit selbst. Kommt man denn selbst zum Arbeiten? Ja, sagt sie, das ginge, besser, als sie zunächst gedacht habe. Trotzdem wünscht sie sich für das nächste Jahr eine Assistenz. Vielleicht ja jemand, der an einer Keramikschule ist und Lust hätte, so etwas einmal aktiv mitzu erleben.
Denn wenn sie auch schon eine ganze Menge Routine hat: Es gibt doch jedes Jahr Neues und neue Konstellationen. Dieses Mal beispielsweise verlangte Torbjørn Kvasbø alleine nach eineinhalb Tonnen Ton. Und das für zehn Tage? Ja, ich wollte das auch nicht glauben. Und ich habe ihm auch gesagt, dass das nicht ginge, alleine von den Größen, die er normalweise baut. Wo sollte ich die denn brennen?! Aber Torbjørn hat das überhaupt kein bisschen gestört er hat einfach losgelegt. Und schließlich war auch der Bürgermeister von den Socken, als er am Ende drei von diesen riesigen Plastiken gesehen hat! So was hilft dann andererseits schon. Dass man die Keramik wirklich als ernsthafte Kunst anerkennt. Kvasbøs Keramiken zeigen auch etwas anderes exemplarisch: Dass Friederike Zeit ausgesprochen gut vernetzt ist in der Stadt, in der sie aufwuchs: Die nahe gelegene Firma, die große Blumenkübel brennt, bot Platz in ihrem Ofen. Den Gabelstapler, den man dazu benötigte, die Stücke überhaupt zu bewegen, lieh ein Winzer, den LKW, um den Stapler zur Schlossmanufaktur zu bringen, stellte wiederum ein Schlosser zur Verfügung und so kam die Kuh am Ende ganz unentgeltlich vom Eis – Geht alles. Ist aber eine Unmenge Organisation, sagt Zeit und betont mehrfach, wie stark sich nicht nur die Stadt, sondern wirklich auch die Bevölkerung selbst mit dem Symposium identifiziert. Das ist nicht mein Symposium. Das ist das Deidesheimer Symposium, sagt sie und ist stolz darauf, dass es in fünf Jahren dazu kam.
Immerhin: Das Symposium kostet rund 14 000 €. Eine Summe, die jedes Mal wieder organisiert, beantragt und zusammengebeten werden muss. Wenn dann das Gasthaus nebenan zehn Tage lang umsonst für die KünstlerInnen mittags kocht oder örtliche Hotels Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, dann ist damit schon unendlich viel geholfen. Und klar, es gibt auch den dazu passenden Winzer. Der die Truppe mit Pfälzer Weinen versorgt. Denn im Vordergrund steht nicht das fertige Produkt wie könnte das auch sein, in zehn Tagen, gerade mit dem Werkstoff Ton. Für Friederike Zeit ist das Wichtigste: das Zusammensein, die Kommunikation, die Möglichkeit, durch die Teilnahme am Symposium über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Das ist ihre persönliche Motivation. Ich habe rein auf der menschlichen Ebene sehr viel davon. Sonst würde ich das nicht machen. Sucht sie also nach Leuten, die sie nett findet, wenn sie die TeilnehmerInnen einlädt? Nein, ich interessiere mich für Leute, deren Sachen ich eigentlich nicht verstehe und die von zweifelloser Qualität sind. Das Symposium ist dann eine gute Gelegenheit dazu, über diese Arbeiten mehr herauszufinden. Manchmal wartet sie mehrere Jahre, bis die gewünschte Person Zeit hat und eine Zusage erteilt. Aber natürlich ist es auch wichtig, dass man die Gruppe so zusammenstellt, dass sie funktioniert, dass Kommunikation in Gang kommt, in der Regel liege ich da immer sehr richtig. Trotzdem ist jedes Symposium wieder anders, hat eine andere Stimmung und verschiedene Schwerpunkte. In diesem Jahr war es, wie Zeit sagt, sehr lustig. Sicherlich hing dies an einzelnen Personen. Aber auch daran, dass auch deutlich jüngere KollegInnen eingeladen waren: Eine gute Mischung zwischen Arrivierten und Leuten, die eher zum viel versprechenden Nachwuchs zählen.
Vorgegeben wird möglichst wenig, außer zwei gemeinsamen Mahlzeiten und den Besuchszeiten für jedermann, täglich zwischen 15 - 18 Uhr. Das ist der zweite wirklich wichtige Grund für Zeit, diese Veranstaltung und zwar genauso, wie sie ist immer wieder zu organisieren: Es ist herrlich, dass hierher Leute kommen, die normalerweise garantiert nicht in eine Galerie gehen würden, auch Kinder beispielsweise kommen. Na ja – es ist ja im Kunstbetrieb oft so, dass man da gewisse Schichten gerne fernhält. Aber hier gibt es keine Schwelle. Jeder ist willkommen. Und auch Leute, die noch nie etwas mit Kunst zu tun hatten, bekommen einen Zugang. Sie sehen, wie Künstler arbeiten, sie sehen, wie ein Stück entsteht, hier gibt es keine dummen Fragen. Deshalb ist diese Initiative für mich etwas mit Zukunft, was der Kunstszene gut tut. Weil man Interesse hervorruft, dass die Leute teilnehmen. Und nebenbei zeigt sich das auch noch in einem anderen Punkt: Während des Symposiums wird ganz gut verkauft.
Denn jede/r bringt auch fertige Stücke mit. Schon alleine deshalb, weil es am Ende eine Ausstellung gibt. Da kann man dann nicht nur sehen, was während der Deidesheimer Tage entstand, sondern eben auch, was die KünstlerInnen in ihren eigenen Ateliers zu Hause machen. Für 2010 konnte die Pfälzer Bildhauerin den Kunstverein Saarbrücken gewinnen, im Anschluss an die 6. Intonation ebendiese Arbeiten auszustellen. Und wie immer findet dann auch an den letzten bei den Tagen eine Art Markt im Innenhof des schlossartigen Anwesens statt, wird mit dem Symposium verbunden, wozu stets drei bis vier TöpferInnen eingeladen werden. Für Friederike Zeit kein Widerspruch. Das geht gut, das lockert extrem auf und gibt eine ganz andere Stimmung. Da tut keiner dem anderen was. Und ich bin beidem verbunden. Klar, dass auch hier Qualität der ausschlaggebende Punkt für eine Einladung zu dem Abschlusswochenende des Symposiums ist.
Fachsimpeleien sind selten. Es geht eher um das komplette Leben, dass man sich unterhält, austauscht, Spaß hat am Zu sammenarbeiten. Kritisiert man sich? Eher zu rückhaltend. Es kommt aber vor, dann eher im Zwiegespräch. Kanalisiert wird so etwas nicht: Die Leute sind erwachsen genug. Ich versuche, so wenig wie möglich zu lenken. Dann ist es am lebendigsten. Ich schiebe nur an, den Rest lasse ich offen. Wohl aber hat sich eingebürgert, dass die Einzelnen ihre Arbeit vorstellen, mit Dias, per Power-Point-Präsentation etc.
Natürlich ists schwer, die Gelder zusammenzubringen. Die Fördergeldvergabe folgt einer Leuchtturm-Politik. Da dauert es, bis man ernst genommen wird. Aber die Sache hat sich gut entwickelt. Was auch eine zu nehmend bessere Medienpräsenz zeigt. Der Pressespiegel ist durchaus beeindruckend. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Schon hat Friederike Zeit, seit letztem Jahr Mitglied in der AIC, wieder eingeladen. Aber es gibt noch keine Zusagen. Deshalb an dieser Stelle auch noch keine Namen. Aber kommen wird sie, die nächste Runde. Auch wenn die Macherin kurz zuvor wieder Zweifel an der Leistbarkeit des Treffens beschleichen werden –










